Seperator

Internationale Bauausstellung Wien - Neues Soziales Wohnen

IBA_Wien 2022 - Neue Wege für Wiens Zukunft

In ganz Europa wachsen die Städte, während gleichzeitig die Wirtschaft noch an den Folgen der globalen Finanzkrisen leidet. Wien als führende Stadt auf dem Gebiet des sozialen Wohnbaus ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat sich daher entschlossen, rechtzeitig neue Wege zu suchen, um unter diesen Rahmenbedingungen auch in Zukunft den Wienerinnen und Wienern leistbare und qualitätsvollen Wohnraum in einer lebenswerten Stadt zu bieten.

Bis 2022 werden unter dem Motto „Neues soziales Wohnen“ in ausgewählten Gebieten der Stadterweiterung sowie der gebauten Stadt neue Modelle und Verfahren im Zusammenhang mit Themen des sozialen Wohnens erprobt, die Wien für die Anforderungen der Zukunft fit machen sollen: Leistbarkeit, Mobilität, gute Nachbarschaft und gesundes Wohnen stehen im Mittelpunkt dieser Internationalen Bauausstellung, der „IBA_Wien 2022“.

Gründe für eine IBA in Wien

Wien ist seit vielen Jahrzehnten für seine erfolgreiche, soziale Wohnungspolitik und für hohe Qualitäten im Wohnbau und in der Stadterneuerung bekannt. Es drängt sich daher die Frage auf, warum sich Wien trotzdem zu einer IBA zum Thema „Neues soziales Wohnen“ entschlossen hat - die Antwort ist kurz: weil auch der Wiener Wohnbau Anfang des 21. Jahrhunderts vor neuen großen Herausforderungen steht.

  • Das insbesondere in den vergangenen Jahren rasche Wachstum der Stadt, das weiter anhält. In naher Zukunft wird Wiens Bevölkerungsanzahl von derzeit 1,84 Mio. Menschen auf mehr als 2 Mio. anwachsen – das entspricht einem Zuwachs in den letzten Jahrzehnten von gut 1/2 Mio.. Wien wird damit wieder (Gründerzeit) seinen historischen Höchststand erreichen. Verantwortlich für dieses Wachstum ist primär die Zuwanderung – und hier vor allem die internationale Migration, worin sich wiederum die hohe Lebensqualität widerspiegelt, für die Wien bekannt ist. Hinzu kommen andere Faktoren wie die positive Geburtenbilanz und die kontinuierlich steigende Lebenserwartung. Im Jahr 2015 hat z.B. die Wiener Bevölkerung um rund 43.000 Personen zugenommen. Die Stadt Wien hat sich daher vorgenommen, die hohe geförderte Neubauleistung mit aktuell 7.000 Wohneinheiten jährlich weiter zu steigern. Ab 2017 wird die geförderte Neubauleistung auf 9.000 geförderte Wohnungen jährlich angehoben – insgesamt sollen 13.000 Wohnungen pro Jahr entstehen.

  • Die „Flucht ins Betongold“, hat auch in Wien die Immobilienpreise ansteigen lassen, wenngleich nicht so massiv wie in vergleichbaren anderen europäischen Metropolen. Die Einkommen stagnieren jedoch in breiten Teilen der Bevölkerung. Mit neuen Gemeindewohnungen und vor allem dem SMART-Wohnbauprogramm – das 1/3 der Neubauleistung umfasst, bietet die Stadt der Bevölkerung nun besonders kostengünstige Mietkonditionen – Bruttomieten von max. 7,50 Euro.

  • In Wien vollzieht sich ein demographischer Wandel: einerseits verjüngt sich die Wiener Bevölkerung, sodass das traditionell "überalterte" Wien heute unter den österreichischen Bundesländern die jüngste Bevölkerung aufweist, andererseits steigt die Zahl betagter und hochbetagter Menschen, auf deren spezielle Wohnbedürfnisse man eingehen muss. Das wird bereits getan, wird aber noch in einem größeren und in Zukunft sicher noch differenzierterem Umfang notwendig sein. Denn Wien baut generell keine Wohnungen „von der Stange“.

  • Schließlich ist Wien auch von globalen Ereignissen wie der Finanzkrise und den Flüchtlingsbewegungen betroffen. Soziale Unterschiede nehmen europaweit zu. Die Stadt Wien erachtet es daher als äußerst wichtig, eine Politik der sozialen Inklusion und sozialen Durchmischung fortzusetzen. Wien ist stolz darauf, dass man den sozialen Status nicht an der Wohnadresse ablesen kann wie in vielen Städten der Welt. Und das soll auch unter schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter ein zentrales Ziel bleiben.

  • Auch den Herausforderungen der Klimaveränderung und des Klimaschutzes, zu dem sich Österreich u. a. 2015 in Paris verpflichtet hat, muss sich der Wiener Wohnbau immer wieder neu stellen: einerseits, indem die hohen energetischen Standards weiter verbessert werden, ohne in einseitige technologische oder kostenseitige Sackgassen zu geraten, indem sinnvolle, innovative und ganzheitliche Lösungen umgesetzt werden - denn Wohnen muss leistbar bleiben; andererseits indem die Resilienz der Wohnbauten gegenüber klimatischen Veränderungen erhöht werden. Wien weist derzeit bereits den europaweit höchsten Bestand an mehrgeschossigen Passivhäusern auf und wird im Rahmen der Smart City-Aktivitäten weiterhin an zukunftsfähigen Themen arbeiten.

Wien stellt sich diesen Herausforderungen und ruft erstmals eine Internationale Bauausstellung aus. Die IBA_Wien will breit und nachhaltig wirken und Innovationen auf unterschiedlichen Ebenen fördern. Die IBA_Wien agiert deshalb auf drei Handlungsebenen.

Formate der IBA_Wien

Die IBA_Wien versteht sich als Prozess und Plattform unter breit angelegter Einbindung der wesentlichen Akteurinnen und Akteure - neben Planung und Ausführung, Bauträgerschaft und Finanzierung, Forschung und Lehre sowie Politik und Verwaltung ist das vor allem die Wiener Bevölkerung.

Deshalb trifft IBA Kunst und Künstler, trifft IBA Kultur, trifft IBA Kinder, Jugendliche und Universitäten, trifft IBA die IBAs dieser Welt bzw. die anderen aktuell laufenden und in Vorbereitung stehenden IBAs in Europa.

Es werden daher im Rahmen der IBA mehrere Formate entwickelt werden, die dem Austausch und der Entwicklung bzw. Betreuung von IBA-Projekten dienen sowie das Thema „Neues soziales Wohnen“ in das allgemeine Bewusstsein rücken. Der Großteil der Formate wird öffentlich zugänglich sein, wenn auch teilweise verschiedene Zielgruppen damit angesprochen werden.

Die Formate im Detail: