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Form Follows Paragraph

IBA-Begleitprojekt Neue soziale Qualitäten

Kooperationspartner

Architekturzentrum Wien

Museumsplatz 1, im MQ
1070 Wien

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Gebautes Recht – welche Standards brauchen wir?

Die aktuelle demografische Entwicklung stellt den sozialen Wohnbau vor neue Herausforderungen, auch was die Leistbarkeit der Wohnungen betrifft. Welche Standards und Normen, welche Paragraphen und Interpretationen der Bauordnung beeinflussen die Schaffung von leistbarem und gleichzeitig hochwertigem Wohnraum sowie der entsprechenden Freiräume und Infrastrukturen?

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Form Follows Paragraph / Gebautes Recht. Welche Standards brauchen wir?“ wurden im Sommer und Herbst 2016 Interviews mit Personen geführt, die auf Grund Ihrer beruflichen Tätigkeit mit Normen, Gesetzen und Richtlinien rund ums Bauen konfrontiert sind. In einem Workshop wurden die Fragestellungen anschließend vertiefend diskutiert. Die Themen reichten von konkreten Projekten bis hin zum Selbstverständnis der Akteure.

Bei den Gesprächen zeigte sich, dass jede befragte Person über eine Vielzahl an konkreten Erfahrungen im Umgang mit Normen und Gesetzen verfügt, die sich direkt auf Bauvorhaben auswirken. Auf Seite der PlanerInnen wird deutlich, dass es zum Selbstverständnis des Berufes gehört, dass man alternative oder bessere Lösungen vorschlagen kann und damit Spielräume die Gesetze und Vorschriften bieten ausnützt. Auf Seite der Behörden ist man hier offen für Vorschläge und es existiert eine hohe Gesprächsbereitschaft. Planer und Planerinnen berichteten wiederholt von einer Zusammenarbeit mit den Behörden und dass von Fall  zu Fall – also von Projekt zu Projekt individuell verhandelt wird, was geht, wie es geht, und wie das Ziel erreicht werden kann. Allerdings der „Trend von der Ausnahme zur Regel“ wird auch kritisch gesehen, da dabei immer auch die Gefahr der „Ungleichbehandlung“ besteht.

Allgemein scheint die gegenwärtige "gesellschaftliche Verfasstheit" dazu, dass die Diskussion der Frage „Welche Standards brauchen wir?“ nicht den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ hervorbringt, sondern vielmehr das „größte gemeinsame Vielfache“.