PER-ALBIN-HANSSON-SIEDLUNG OST (PAHO)

Per-Albin-Hansson-Siedlung­


 

Eine Großsiedlung der 70er Jahre zukunftsfit machen!

>> Die Per-Albin-Hansson-Siedlung gilt als Modell für den sozialen Städtebau der 1970er-Jahre. Ihre Qualitäten haben damals wie heute ihre Gültigkeit. Jetzt geht es darum, auf aktuelle Wohnbedürfnisse einzugehen und gleichzeitig die bestehenden Qualitäten zu sichern! <<

Kathrin Gaál, Vizebürgermeisterin & Frauen- und Wohnbaustadträtin

 

Wie kann es gelingen, eine städtische Großsiedlung aus den 70er Jahren fit für die Zukunft zu machen und an die heutigen Wohnbedürfnisse anzupassen? – Das ist die zentrale Frage, mit der sich die IBA_Wien im Quartier Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost (PAHO) in Favoriten beschäftigt. Das Quartier umfasst, wie der Name schon sagt, den östlichen Abschnitt der Per-Albin-Hansson-Siedlung – inklusive dem Olof-Palme-Hof. Es reicht von der U1-Station Alaudagasse im Westen bis zur Laaer-Berg-Straße im Osten und von der Alaudagasse im Norden bis zur Ada-Christen-Gasse mit der U1-Station Neulaa im Süden.

Prototyp einer 70er-Jahre-Siedlung.
Die Wohnblöcke der PAHO und des Olof-Palme-Hofes wurden zwischen 1971 und 1976 in Betonfertigteilbauweise errichtet und gelten heute als Prototyp des "sozialen Städtebaus" der 70er Jahre. Die bis zu neun Geschosse umfassenden Riegelbauten der PAHO sind parallel ausgerichtet und in Gruppen angeordnet. Dazwischen befinden sich: großzügige Grünflächen, zahlreiche Bäume und Sträucher und ein weites Netz an Gehwegen. Nach dem Leitbild einer "aufgelockerten und durchgrünten Stadt", stand bei der Konzeption das ruhige, beschauliche Wohnen als zentrale Nutzungsform im Fokus. In der PAHO gibt es daher nur sehr wenige Sport- und Freizeiteinrichtungen, Geschäftslokale, belebte Erdgeschosszonen, Fahrradwege, Kommunikationsräume und andere soziale Infrastruktur, die in anderen modernen Siedlungen bereits zum Standard gehören. Hier finden Sie einen kurzen Steckbrief zur PAHO.

Ziel: Innovationen für bedürfnisgerechtes Wohnen

Sind Sie mit Ihrer Wohnsituation in der PAHO zufrieden? Was sollte in der Siedlung verbessert werden? Wie wollen Sie in Zukunft wohnen? – Fragen, wie diese, wurden 2017 den Bewohner*innen der PAHO gestellt. Aufbauend auf den Ergebnissen und einer umfangreichen Sozialraumanalyse wurden verschiedene Handlungsfelder definiert, zu denen bauliche und soziale Maßnahmen entwickelt werden bzw. bereits entwickelt wurden. Ziel ist es, die Wohnqualität für verschiedene Bewohner*innen-Gruppen in der PAHO zu verbessern. Die Maßnahmen werden bis 2022 umgesetzt, evaluiert und auf ihre Replizierbarkeit geprüft. Das IBA-Quartier PAHO dient damit auch als eine Art "Labor für Innovationen" in Großsiedlungen der 70er Jahre.

Sechs Handlungsfelder


 

Öffentlicher Raum & Grünraum:

Rund 47 Prozent der Befragten, insbesondere Eltern und Jugendliche, wünschen sich, dass die Grünräume stärker für Freizeit, Sport und Spiel genutzt werden. Ältere Menschen wünschen sich mehr Sitzplätze an den Wegen, um Pausen machen zu können. Bei der Neugestaltung von Freiflächen sollte insbesondere auch auf die Bedürfnisse von Mädchen Rücksicht genommen werden.

Barrierefreiheit:

Die Befragten über 60 Jahren äußerten einen dringenden Nachbesserungsbedarf zum Thema Barrierefreiheit in der gesamten Siedlung, bei der Unterbringungsmöglichkeit von Rollatoren und Gehhilfen sowie bei der altersgerechten Gestaltung des Hauses. Sie wünschen sich auch insgesamt mehr seniorengerechte Wohnungsangebote und Services.

Mobilität:

Rund 44 Prozent der Bewohner*innen benutzen ein Fahrrad und wünschen sich mehr Fahrradräume. Die Altersgruppe bis 40 Jahre befürwortet, alternative Mobilitätsangebote auszuprobieren, beispielsweise Car-Sharing, Fahrradverleih etc.

Nachbarschaft und soziale Infrastruktur:

Viele Befragte wünschen sich mehr nachbarschaftliche Aktivitäten, wie beispielsweise Nachbarschaftsfeste. Wichtig sind ihnen eine gute und günstige Nahversorgung und ausreichend Fachärzt*innen in der Nähe der Siedlung.

>> Hier geht es zu den Projekten

Sicherheit:

Viele Bewohner*innen wünschen sich eine bessere Beleuchtung der Siedlungswege und Maßnahmen gegen Einbrüche, insbesondere in den Kellern. Schlecht einsehbare Ecken und Winkel sollten vermieden werden.

Hitzeschutz:

Im Sommer leiden viele Bewohner*innen unter der enormen Hitze, insbesondere ältere Menschen und Mütter mit kleinen Kindern. Hier werden Maßnahmen angeregt, die dazu beitragen, die Wohnungen besser zu kühlen und kühle Aufenthaltsräume im Freien zu schaffen.